Bund und Zivildienst
Roman Ritter
Freiwilliges Soziales Jahr. Neun junge Allgäuer erzählen von ihren Erfahrungen - Auch Mädchen können sich bewerben
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Zivildienstleistender im Universit‰tsklinikum Schleswig-Holstein
„Viele der jungen Menschen gewinnen an Reife und Persönlichkeit. Das ist schön zu sehen.“ Die Pflegedienstleiterin der Fachklinik Enzensberg in Hopfen am See (Ostallgäu), Silvia Standfest, arbeitet schon einige Jahre mit Zivildienstleistenden zusammen. Bei ihr in der Klinik laufen die Bewerbungen unkompliziert ab. Wenn der Bewerber eine Anerkennung vom Amt für Zivildienst hat, wird er zu einem Gespräch geladen.
30 Kilometer lange Märsche durchs Gelände? Viel Sport treiben? Training mit der Waffe? Zusammen mit Kameraden eine Stube teilen? Stillstehen? Kommt für Dich alles nicht in Frage? Dann brauchst Du kein Hellseher zu sein, um fest zu stellen, dass der Wehrdienst bei der Bundeswehr vielleicht nicht die Ideallösung für Dich ist. Eine Alternative muss her, denn wer tauglich ist, kann sich nicht vor der Wehrpflicht drücken.
FSJ
"Das Jahr war ein wichtiger Schritt und ich durfte Erfahrungen sammeln, die ich nicht missen möchte", sagt Olga 21 Jahre, die in einem Altenheim im Allgäu arbeitete. Sie ist eine von 99 Teilnehmerinnen des Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ), die von ihrem Träger, dem Paritätischen Wohlfahrtsverband, über ihren FSJ-Einsatz befragt wurden.
Matthias Braun ist 22 Jahre alt und kommt aus Thierhaupten bei Augsburg. Seit September ist sein neuer Lebensmittelpunkt Füssen (Ostallgäu). Hier absolviert er ein Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ). Das FÖJ kannst Du als Ersatz für den Zivildienst ableisten. 12 Monate lang arbeitest Du beispielsweise in einem Nationalpark mit und engagierst dich für die Natur. „Wie ein Freiwilliges Soziales Jahr in grün“, erklärt Matthias.
Seit sechs Jahren ist Marco Neumann Mitglied im Technischen Hilfswerk in Füssen (THW). „Meine Mutter hat mir vorgeschlagen, einfach mal zu einer Gruppenstunde zu gehen. Das hat mir gefallen“, erzählt der 19-Jährige. Marco ist dabei geblieben. Anfangs als Mitglied der Jugendgruppe, jetzt als aktiver Helfer. Gleichzeitig leitet er die Füssener Thw-Jugend. Für ihn lag es nahe, sich für das Hilfswerk statt der Bundeswehr zu entscheiden. „Ich wollte sowieso beim Thw bleiben“, sagt Marco. Vor einem Jahr hat er die Grund- und Basisausbildung I abgeschlossen.
FÖJ
Schule geschafft, nun stehen Entscheidungen fürs Leben an. Das Richtige zu finden ist manchmal gar nicht so einfach. Studieren? Und was? Eine Ausbildung? Oder doch lieber erst ein bisschen Jobben? Vielleicht auch eine kurze Auszeit? Für diejenigen, die sich für unsere Umwelt interessieren oder später einmal im ökologischen Bereich arbeiten möchte, ist das freiwillige ökologische Jahr genau das Richtige.
FSJ
Wenn Du ohnehin später im sozialen Bereich arbeiten möchtest, die Wartezeit bis zum Studiumsbeginn überbrücken möchtest oder eine Alternative zum Zivi suchst, dann ist das freiwillige soziale Jahr (FSJ) genau das Richtige für Dich.
Vitalij Bitner
Der achtzehnte Geburtstag, volljährig. Der Weg in die Freiheit. Zum Führerschein, zum eigenen Auto, zum „ich kann machen was ich will“. Sogar der Weg zur Wahlurne steht jetzt frei. Bei all der neu gewonnenen Freiheit schwebt im Hinterkopf immer die - schon x-mal gehörte - Weisheit: „Wer erwachsen ist, hat nicht nur Rechte. Er muss auch Pflichten erfüllen.“ Wie Schuppen fällt es jungen Männern spätestens dann von den Augen, wenn sie ihren Musterungsbescheid aus dem Briefkasten fischen.
Bund
Oft rufen Mütter bei Ingo Ruf an und sagen, ihre Söhne hätten Angst vor der Musterung. „Die jungen Männer hören die abenteuerlichsten Geschichten und glauben die dann. Dabei ist die Musterung nicht schlimm“, sagt er. Ingo Ruf hilft Wehrpflichtigen weiter, wenn sie Fragen haben. Der 37-Jährige arbeitet als ziviler Mitarbeiter der Bundeswehr in Kempten. Auch das ist möglich.
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